Photovoltaik

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Standort Deutschland: Eignung für Photovoltaik

Spätestens seit dem Beschluss zum Ausstieg aus der Atomkraft in Deutschland wird immer stärker in erneuerbare Energien investiert. Dadurch wird die Produktion von Solarstrom in Deutschland immer wichtiger. Denn Photovoltaik zählt zu einem der wichtigsten und zukunftsträchtigsten Bereiche in der Erzeugung regenerativer Energien. Daher möchte ich im Folgenden aufzeigen, inwieweit Deutschland für die Erzeugung von Solarstrom geeignet ist.

 

 

Zum einen ist für die Beurteilung eines Standortes die Betrachtung der Sonneneinstrahlung und der Sonnenstunden nötig. Außerdem müssen genügend geeignete Flächen für die Photovoltaikanlagen vorhanden sein. Eine weitere wichtige Rolle spielt, vor allem auch für private Eigentümer von Photovoltaikanlagen, die finanzielle Förderung durch den Staat. Außerdem ist die benötigte Infrasturktur ein wichtiger Aspekt.


Am wichtigsten sind die Sonneneinstrahlung und die Sonnenstunden in einem Gebiet. Denn wenn diese nicht ausreichend gegeben ist, ist es einfach zu unrentabel Strom mithilfe von Solaranlagen zu produzieren.

(Urheber: SolarGIS © 2011 GeoModel Solar s.r.o.)

1.1 Sonneneinstrahlung und Zahl der Sonnenstunden in Deutschland

Die jährliche Sonneneinstrahlung in Deutschland liegt aktuell bei etwa 1.000 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter. Dies entspricht ungefähr 50 % der Strahlungsintensität, die auf die Sahara trifft.  Jedoch ist die Sonneneinstrahlung im Sommer ungefähr 5 mal größer als im Winter. Allgemein ist die Itensität der Sonneneinstrahlung vom Wetter, der Jahreszeit, der geographischen Breite und dem Sonnenstand abhängig. Die jährliche Zahl der Sonnenstunden schwankt in Deutschland zwischen 1300 und 1900 Stunden. Jedoch kann nicht genau bestimmt werden, ab welcher Sonnenstundenzahl eine Photovoltaikanlage rentabel ist.

Diese Zahlen zeigen, dass das Betreiben einer Photovoltaikanlage in Deutschland unter diesem Gesichtspunkt durchaus rentabel ist. Zwar hat Deutschland im Vergleich zu Ländern wie der USA, Griechenland oder Afrika eine weitaus geringere Sonneneinstrahlung, jedoch sind die geringen Außentemperaturen in Deutschland ein Pluspunkt. Denn umso höher die Temperatur in der Umgebung einer Solaranlage ist, desto niedriger wird ihr Wirkungsgrad.

1.2 Regionale Unterschiede

Natürlich gibt es regionale Unterschiede. So herrscht im Süden Deutschlands eine höhere Sonneneinstrahlung als im Norden Deutschlands. Jedoch beträgt der Unterschied lediglich 10%, weshalb es auch in den nördlichen Bereichen durchaus lohnenswert ist, eine Photovoltaikanlage zu betreiben. Die Regionen mit der höchsten Sonneneinstrahlung sind das Alpenvorland und der Süden Baden-Württembergs.

=> Insgesamt ist die Sonneneinstrahlung in Deutschland ausreichend, um eine Solaranlage rentabel zu betreiben. Auch die regionalen Unterschiede sind nicht zu groß, weshalb ganz Deutschland als Standort für Photovoltaikanlagen geeignet ist.

 


 

2. Geeignete Flächen

Grundsätzlich können Photovoltaikanlagen überall montiert werden. Jedoch hat die Montage auf Dächern den Vorteil, dass dort die benötigte Schräge für die Kollektoren schon gegeben ist, außerdem werden bei der Montage auf Dachflächen keine zusätzlichen Bodenflächen beansprucht. In Deutschland gibt insgesamt 2300 km² geeignete Dachfläche, dies entspricht 0,65% der Gesamtfläche Deutschlands. Davon werden aktuell jedoch nur 13 Prozent genutzt. Die komplette Stromversorgung Deutschlands mithilfe von Photovoltaik ist aufgrund jahreszeitllicher Schwankungen und den dadurch bedingten Speicherbedarf nicht sinnvoll. Daher plant man mit einer erzeugten Leistung von 200 GW pro Jahr für Deutschland. Das entspricht 30 Prozent der deutschen Elektrizitätsbedarfes, wofür nicht einmal 1 Prozent der gesamten Fläche Deutschlands benötigt wird.

=> Bei den Flächen hat Deutschland zwar anderen Ländern gegenüber keine Vorteile, jedoch sind allein schon die vorhandenen und noch nicht genutzten Dachflächen ein enormes Potenzial, welches bei weitem noch nicht ausgeschöpft wurde.

 


 

3. Finanzielle Förderung

In Deutschland wird das Produzieren von Solarstrom von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gefördert. Diese Förderung wurde im Erneuerbare-Energien Gesetz geregelt. Zum einen werden vergünstigte Kredite und Zuschüsse gezahlt, zum anderen gibt es die sogenannte Einspeisevergütung.

3.1 Vergünstigte Kredite/Zuschüsse

Jeder der in eine Solaranlage investiert erhält auf Wunsch einen Kredit von der KfW oder der Bafa. Die maximale Kreditsumme beträgt ohne Eigenkapital 50000,-- €. Diese Kredite besitzen meist sehr niedrige Zinssätze. Zurzeit liegt der Zinssatz zwischen 4 und 5 Prozent, die ersten 1 bis 3 Jahre sind tilgungsfrei.

Aktuell erhält man bei einer Fläche von maximal 40 Quadratmetern 40 Euro pro Quadratmeter Zuschuss.

3.2 Einspeisevergütung

Des weiteren wird die sogenannte Einspeisevergütung gezahlt. So wird bei einer Anlage mit bis zu 30 KW Leistung 28,74 Cent pro KWh gezahlt, bei einer Anlage die maximal 100 KW Kapazität besitzt sind es 27,33 Cent, eine Anlage mit maximal 1MW wird mit 25,86 Cent pro KWh subventioniert und ab einer Leistung von mehr als 1 MW zahlt der Staat 21,56 Cent pro KWh.

=> Die finanzielle Förderung ist ein weiterer positiver Aspekt, der für Deutschland als Standort für Photovoltaikanlagen spricht. Denn da Netzparität noch nicht erreicht ist, dies bedeutet dass es für den Verbraucher günstiger ist Strom selbst zu produzieren als zu kaufen, bietet die finanzielle Unterstützung einen Anreiz in eine Photovoltaikanlage zu investieren.

 


 

4. Benötigte Infrastruktur

Ohne die geeignete Infrastruktur ist es schwer, in Photovoltaik zu investieren. Daher wird eine ausreichende Anzahl an Firmen benötigt, welche im Bereich Solar tätig ist. Jedoch brauchen diese Firmen auch eine entsprechende Zahl an Fachkräften, um effizient arbeiten zu können

(Urheber: Bundesverband Solarwirtschaft)

2010 areiteten insgesamt 130.000 Menschen bei 15.000 Firmen aus dem Bereich Photovoltaik. 350 der 15.000 Betriebe waren in der Herstellung von Solarkollektoren tätig, der restliche Anteil im Handwerk, z.B. in der Montage oder der Wartung. Für die nächsten zehn Jahre wird ein starker Beschäftigungsanstieg im Produktionsbereich, im Maschinenbau und in der Vorleistungsbranche prognostiziert. Denn in den nächsten zehn Jahren wird ein starker Anstieg in der Produktion von PV-Anlagen erwartet, da sowohl im Inland als auch vor allem im Ausland ein größere Nachfrage erwartet wird. Im handwerklichen Bereich wird ein Beschäftigungsrückgang erwaret, da insgesamt ein leichter Rückgang bei den Neuinstallationen erwartet wird. Dieser leichte Rückgang ist durch die aktuell sehr hohe Zahl an Neuinstallationen erklärbar.

=> Die benötigte Infrastruktur ist in Deutschland vorhanden. Im weltweiten Vergleich gibt es in Deutschland mit die meisten Firmen, weshalb in Deutschland ein sehr breites Angebotsspektrum herrscht. Hierdurch entsteht ein enormer Wettbewerb, welcher letztendlich bezahlbare Preise für den Endverbraucher bewirkt.

 


 

5. Preisentwicklung

Ein wichtiger Aspekt für den Endverbraucher ist außerdem die Rentilität einer Photovoltaikanlage. Dazu lohnt es sich die Preisentwicklung für die Stromerzeugung und des Verbraucherstrompreises genauer zu analysieren.

(Urheber: Bundesverband Solarwirtschaft)

Für 2012 wird erwartet, dass die Erzeugungskosten von Solarstrom das gleiche Niveau wie der Verbraucherstrompreis erreichen. Für den Zeitraum zwischen 2017 und 2020 wird ein Erreichen der Wettbewerbsfähigkeit prognostieziert. Dann ist eine staatliche Förderung nicht mehr nötig. Während dieses Zeitraums wird der Verbraucherstrompreis jedoch weiter steigen, da die Kosten für fossile Brennstoffe in den nächsten Jahren weiter steigen werden.

=> Aufgrund eines steigenden Verbraucherstrompreises in den nächsten Jahren und das Erlangen der Wettbewerbsfähigkeit wird es immer rentabler in eine  Photovoltaikanlage zu investieren.

 


 

6. Quellen

http://www.solarwirtschaft.de/fileadmin/content_files/kf_standort_ga.pdf

http://www.focus.de/immobilien/energiesparen/solarenergie/sonnenkollektoren/foerderung_aid_28570.html

http://www.renewable-energy-concepts.com/german/sonnenenergie/basiswissen-solarenergie/geografische-lage-kwhm2.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenschein

http://solargis.info/doc/71

http://www.energiediskussion.solarwirtschaft.de/wp-content/uploads/2011/09/talking_cards.pdf

http://www.ea-nrw.de/default.asp

http://www.solarwirtschaft.de/nc/pressegrafiken/pointer/1/